Beat ‘Em Ups – eine Abrechnung Teil 1 – Die Commodorezeit
Im nächsten Jahr erscheinen mit Tekken 6 und Street Fighter 4 Nachfolger zu zwei besonders beliebten Beat ‘Em Up-Spielereihen. Doch all der Hype, gerade um Street Fighter, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Genre in einer Krise steckt. Denn Innovationen und ein “Next-Gen”-Feeling sucht man in diesen Spielen vergeblich, wenn man mal von der Grafik absieht.
Nachdem Klick gibt es eine kleine persönliche Reise durch die Geschichte der Beat ‘Em Ups…
Ich will mich jetzt gar nicht großartig mit einer Definition des Genres Beat ‘Em Up aufhalten, nur soviel sei gesagt, hier geht es um Spiele bei denen der Fokus auf Spiele in denen 2 Spieler gegeneinander antreten, Sidescroller wie Double Dragon, Kung Fu Master, etc werden hier nicht vorkommen.
Damals
Los ging es für mich, wie mit vielem, auch bei den sogenannten Prügelspielen (ein toller Name übrigens) auf dem C64er. Ich weiss gar nicht mehr welches Spiel ich damals zuerst gespielt habe, aber das ist gar nicht unbedingt meinem schlechtem Gedächtnis anzukreiden. Damals gab es nämlich eine Reihe von Spielen, die sich sehr ähnlich sahen und spielten.
Den Anfang hat wohl Karate Champ gemacht, aber ich habe das “Original” nie gespielt.
Der Entwickler Data East hat damals Epyx und System 3 verklagt, weil deren Spiel International Karate sich zu sehr an Karate Champ angelehnt hatte. Data East hat allerdings verloren und dann haben sie es sich gespart die Firma Melbourne House zu verklagen, die mit The Way of the Exploding Fist ein Spiel veröffentlicht haben, dass fast identisch mit International Karate und somit auch Karate Champ ist.

International Karate - international, weil man sich auch noch unter anderem noch vor der Oper von Sydney und der Sphinx geschlagen hat... wo eben so Karatekämpfe normalerweise stattfinden
Allen Spielen war gemein, dass es keine Energieanzeige, wie in heutigen Beat ‘Em Ups gab. Auch Kombos und Spezialattacken, die man durch elaborierte Tastenkombinatinonen auslös,t gab es noch nicht. Dafür konnte man seinen Gegnern in den Bauch schlagen, da gab es dann eine andere Animation als wenn man ihm eins vor den Kopf verpasst hat. Sowas waren damals Highlights…
Im Jahr 1987 erschien dann der Nachfolger von International Karate, International Karate+ oder kurz IK+. Und das Spiel war damals ein kleines Meisterwerk, es gab zwar keine wechselnden Hintergründe mehr, wie noch bei International Karate, dafür war im Hintergrund einiges los. Es gab verschiedene kleine Animationen und Gags, die einem erst nach längerem spielen aufgefallen ist. Ausserdem traten statt 2 Kämpfern nun 3 Karatekas gegeneinander an. Die Musik komponierte, wie auch schon beim Vorgänger, Rob Hubbard (nicht zu verwechseln mit Ron Hubbard), der nicht wenige Ohrwürmer in der 8bit-Ära erschaffen hat.
Nicht nur durch mehr Action, weil 3 Kämpfer, einer wurde allerdings immer vom Computer gespielt, und neue Moves machten IK+ zu einem viel besseren Spiel als den Vorgänger. Nein, das beste an dem Spiel war eigentlich der leicht zum Albernen tendierende Humor. Im Hintergrund tauchte zum Beispiel ab und zu mal ein Pacman auf, der sich dann aber schnell wieder hinter den Bäumen versteckt hat. Aber der absolute Klassiker waren die rutschenden Hosen. Steht ein Kämpfer länger Zeit unbeteiligt rum, konnte es schonmal vorkommen, dass sich der Gürtel seines Kampanzugs lockert und sich die Hose an seinen Knöcheln wiederfindet. Da diese Sachen relativ selten passiert sind waren das immer absolute Highlights, später hat man dann rausgefunden, dass man per Tastendruck allen Kämpfern die Hose runterziehen konnte.
Das war alles schon auf dem Amiga, der wurde dann in unserem Haushalt bald von einem PC ersetzt, Da gab es aber irgendwie nicht wirklich ansprechende Prügelspiele, aber irgendwann wollten Spiele wieder auf Fernsehern gespielt werden und auf der ersten Playstation feierten die Beat ‘Em Ups ein grandioses Comeback… aber dazu mehr im nächsten Teil.
8 Comments »
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IK+ auf dem 64er war wohl das letzte Spiel, in dem ich so gut war, dass am Ende niemand mehr gegen mich antreten wollte. Hehe.
ich hab bei den, zugegeben sehr rudimentären, recherchen zu dem artikel gesehen, dass es auch eine playstation-version von dem spiel gibt
ich bin jetzt schon ein bisserl enttäuscht, dass es Yie-Ar Kung Fun nicht in dieses Kapitel geschafft hat. Ich müsste lügen, aber das gab es glaub ich sogar for IK – oder es war auf meiner Datasetten-Kassette vor IK aufgespielt – oder IK liess sich nicht mit V3 Turbo laden – oder die Justierung des Datasetten-Lesekopfs war nicht gut. Oh mein Gott, ich bin so alt.
Yie Ar Kung Fu ist natürlich ein zeitloser Klassiker, hat aber keinen 2 Spielermodus und wurde deshalb hier nicht aufgeführt… demnächst vielleicht mal
Der Text ist etwas karg. Ich hätte ihn interessanter gefunden, wenn er sich nicht so sehr um die totalen Klassiker konzentrieren würde. Über Bangkok Knights ist bisher viel zu wenig geschrieben worden. Barbarian ebenso. Bei dem zweiten Spiel hätte man sich dann über die Klassifikation als Beat ‘em Up Gedanken machen können. Außerdem fehlen Gedanken zur Entwicklung des Genres nahezu völlig. Für Teil 2 mehr Fleisch an den Knochen, bitte!
bangkok knights kenn ich jetzt zum beispiel gar nicht… aber mir ist gerade eingefallen, dass ich thai boxing völlig vergessen habe. ein eher lahmes spiel, dessen alleinstellungsmerkmal lediglich war, dass man am oberen rand des screens die gesichter der kämpfer sah, die im laufe des kampfes immer blutiger wurden. so ähnlich wie später bei wolfenstein und doom.
ich muss zugeben, dass ich die nächsten teile noch nicht genau konzipiert habe, vielleicht gibt es am ende noch einen teil in dem ich die innovativeren titel nochmal begutachte
Auf dem PC war Budokan (von EA) lange Zeit der Klassiker, das hatte ich auch – dürfte so in der 6. Klasse gewesen sein.
http://www.mobygames.com/game/dos/budokan-the-martial-spirit
ja, budokan wird in teil 2 noch gefeatured, im kurzen abriss über pc games