Apr
08
2010
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Datenschutz & Spiele

datenklau

Auf dem WDR-Blog gibt es einen Eintrag zum Thema Datenschutz und Computerspiele. Der Autor bezieht sich da auf einen Artikel des “Fachmagazins Computerbild Spiele” (ich habe ehrlich gesagt noch nie eine Computerbild Spiele aufgeschlagen geschweige denn gekauft und kann somit nichts über deren Qualität oder Unqualität aussagen) der einmal die Datenübertragung von Online-Spielen untersucht hat.

“Sie wollten mal genauer wissen, welche Daten da eigentlich übertragen werden – und staunten nicht schlecht. [...] Welche Daten genau übertragen werden, lässt sich kaum sagen, da die Daten verschlüsselt werden.”

Aha, es wurde also ausschließlich auf die Datenmenge geachtet, die ist dann bei einigen Spielen tatsächlich überraschend hoch. Aber was soll das schon heißen. Das erinnert mich an einen Vortrag der bei irgendeinem Barcamp gehalten wurde, der Vortragende hat die Behauptung aufgestellt, dass Soziale Netzwerke wie MySpace und Facebook ein vielfaches an Daten erheben als damals die Staatssicherheit.
Damit hat er wahrscheinlich recht, aber gerade hier sollte man Quantität und Qualität nicht gleichsetzen. Laut Computerbild Spiele überträgt das Spiel Uncharted 2 knapp 300MB. Die persönlichen Daten, die ich bei Anmeldung für das Playstation Network angegeben habe, sind bestimmt in wenigen Kilobytes zu verstauen und ich bezweifle stark, dass die Spiele auf diese Daten zugreifen können.
Darüber hinaus wird noch gesagt, dass die Playstation 3 im StandBy-Zustand ungefragt eine Netzwerkverbindung aufbaut. Das höre ich zum ersten mal und den Wahrheitsgehalt dieser Aussage wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Was mich an diesem Artikel besonders stört ist, dass er sehr lückenhaft recherchiert ist. Das scheint mir bei Artikeln zum Thema Datenschutz ziemlich häufig vorzukommen. Den gesamten Umgang mit Datensicherheit in Blogs und ähnlichem finde ich sehr fragwürdig. Das Thema Datenschutz wird häufig entweder zur eigenen Profilierung genutzt (”Ich hab hier ein Schäuble-STASI-2.0-Bild auf meinem Blog, ich bin politisch”) oder es ist in einer diffusen Verschwörungsparanoia verwurzelt.

Versteht mich nicht falsch, Datenschutz ist im Netz und in der Öffentlichkeit ein wichtiges Thema und die Arbeit die der Bielefelder Verein FoeBud leistet kann man nicht hoch genug loben. Allerdings unterscheidet sich FoeBud dadurch, dass der Verein gute Recherche betreibt bevor etwas veröffentlicht wird und nicht Sachen einfach mal so behauptet werden.

Written by Christian in: Link | Tags: , , ,
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